Frostfutter

Abendspaziergang am vereisten See,
plötzlich eine Gestalt ich am Ufer stehen seh.
So leicht gekleidet in wehendem Kleid,
erstrahlt Sie fast von innen,
doch spürt man auch Ihr Leid.

Eine wahrlich wunderschöne Erscheinung, doch mit fragiler Seele,
ruft nach mir aus gebrochener Kehle.
Ich erkenne im Nebel Ihr Gesicht,
nur sehr schemenhaft,
zart und blass und nahezu ohne jede Kraft.

Blutleer, fahl und transparent,
fast wie gefroren,
als wäre Sie soeben,
direkt aus dem Eis geboren.
Fast magnetisch werde ich von Ihr angezogen,
obwohl, ich hatte schon die Flucht erwogen.

Obgleich Sie Anmut
und pure Weiblichkeit zieren,
lässt mich, irgendetwas an Ihr,
innerlich gefrieren.
Ich kann beim Näherkommen
die sinkenden Temperaturen fühlen
und wie Ihre eisigen Augen zudem
meine Organen unterkühlen.

Wie am Band gezogen
bewege ich mich Ihr entgegen
und spüre jeden Meter mehr,
in Ihr existiert kein menschliches Leben.
Als ich Ihr dann bereits direkt
in die Augen sehen kann,
zieht sich mich eiskalt, direkt in Ihren Bann.

Ihr Kleid fast transparent
und völlig durchnässt,
mich die Form Ihres makellosen Körpers erkennen lässt
und mitten auf dem See,
vom Mondlicht fast dramatisch untermalt,
aus einem Körpergrossen Loch im Eis …gleissend blaues Licht erstrahlt.

Als Sie dann endlich ansetzt
zum feucht gefrierenden Kuss,
wird mir plötzlich klar,
dass ich nun sterben muss.
Dann plötzlich, als Ihr Biss
mich komplett paralysiert
und schlagartig mein Blut
in den Adern gefriert,…

…meine ich es wäre Ihr
ein liebevolles Lächeln entglitten,
fast so, als wolle Sie mich
um Verzeihung bitten.
Am Ende zieht sich mich als Ihre Beute,
über den gefrorenen See,
durch dessen Oberfläche ich dutzende, blitzende Augenpaar seh.

Und so werde ich dort unten,
gefüllt mit Frischhalte -Toxinen,
zu gegebener Zeit, ebenfalls,
als Frostfutter dienen…

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