Folgen des Seelenbades

Als ich mir heut den Dolch der Melancholie in meine Geistesfasern stieß und meine Wahrnehmung begeistert im Seelenblute baden ließ, war ich in der Lage neue Wege in mein Innerstes zu bereiten und wollte Sie direkt darauf erkunden und beschreiten.

Als ich mich dann, bereits gefallen, in den Abgrund stieß, meine Euphorie mich jedoch unmittelbar im Stürzen verließ.
Zerschmettert dort unten aufgeschlagen,
sah ich Gedankensplitter aus mir ragen…

…die mich mit nackter Angst erfüllten
und meine Seele in dichteste Dunkelnebel hüllten. Die Furcht vor der Zukunft und Ihrer grausamen Möglichkeiten, begann mich zu zerfressen von wahrlich allen Seiten.

Ich hörte das Schmatzen und spürte das Reißen und befürchtete mein Geist könnte gänzlich entgleisen.
Und mit jedem Gedanken mehr und mehr,
schwand die Energie meiner Gegenwehr.

Meine schäbigen Reste aus Geist und Hülle, genossen die Ängste in Hülle und Fülle.
So bemerkte ich mit zunehmender Abscheu und ekligem Graus, ich selbst war das Hauptgericht in diesem grausigen Schmaus.

Doch am Ende gebar sich in mir aus dem restlichen Mut, ein trotziges Feuer mit lodernder Glut und trotz meiner gänzlich schwindenden Kraft, hab ich dann irgendwie den Aufstieg geschafft.

Oben angekommen konnte ich aber den Rückweg nicht mehr sehen und wollte der inneren Aufgabe schon nicht mehr widerstehen, plötzlich erkannte ich die blutigen Fußstampfen meiner Seele, glücklicherweise und machte mich dank der roten Brotkrumen schleppend auf die Reise……

…aus mir heraus und ins Leben zurück
doch hinterließ in mir, dort unten, ein wesentliches Stück, meiner Dunkelheit und der Ängste die mich plagen, denn ich konnte aus eigner Energie den Rückweg wagen.

Ich hatte gekämpft, nicht aufgegeben
und würde nun mit weniger Angst im Außen weiterleben, mit schmerzender aber stolzer Brust hatte ich die Melancholie besiegt, im Wissen darum, dass sie mich alsbald wohl wieder unterkriegt !

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