Dreckig

Ich will dreckig werden,
mich wälzen im Schlamm,
in mir bricht die Grenze, der allerletzte Damm.
Die wenigen reinigenden Gedanken aufgegeben
darf ich endlich in selbst gestrickten
Morasten leben.
Muss auf mich am wenigsten Rücksicht nehmen,
mich nicht länger meines
üblen Gestankes schämen.
Meine schwarze, klebrige Seele hat sich erhoben,
ich mag sie als meinen neuen Götzen loben.
Peitscht meinen Geist mit dornigen Ruten
um am dunklen Saft meiner Seele zu verbluten.
All meine innere Feinde haben sich
miteinander vereint,
so dass Sonne nun noch finsterer
aus mit scheint.
Steck mir die Dornen der Bosheit
noch tiefer ins Fleisch,
weil ich den glühenden Schmerz
zu gierig erheisch.
So darf ich am Ende doch noch
das Licht erblicken,
wenn sich Seele und Herz
zur leidenden Einheit
verstricken.

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