Rezept… man nehme …!

Ich nehm mir mein Herz und
entreiß mir die Seele,
kein Ton entkommt dabei meiner Kehle,
häng sie blutig tropfend, zum Trocknen,
an den Haken
und wickle sie, ledrig, runzligrot,
in blütenweiße Laken.
Lass sie daraufhin im Tränensud garen,
um sie gänzlich vorm Verrotten zu bewahren.
Etwas Selbstmitleid, eine Prise
frischer Geistes-Eiter,
so koche ich sie auf leiser Flamme weiter.
Bis das Restblut in ihr zu verdampfen beginnt
und ihr zerkochtes Fleisch,
in der Mischung, zerrinnt.
So kann ich euphorisch
im eigenen Saft verenden,
um mich bewusst der Melancholie
zu verschwenden.
Entgegen allen Leids schöpfe ich
damit jene Kraft,
die aus der Vergangenheit die Energie
für morgen erschafft.

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