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Börsenhandel 2.0

Ich will mich ent(b)ehren um mich
würdig zu erweisen,
denn stets konform darf ich mich
zwingen zu entgleisen.
Werde ausbrechen um der Norm
zu versprechen,
Ungefragtes wird sich auf Dauer
sicher rächen.
Muss mich perfektionieren
um kein Meister zu werden,
darf endlich abheben um mich
vollends zu erden.
So mag ich mich gern einen
versklavten Befreiten nennen
um im Untergang all die neuen
Möglichkeiten zu erkennen.
Greife dank meiner Passivität
beim Abriss aktiv ein
und betrinke mich euphorisch
an vergiftetem Wein.
Der an Börsen gehandelt
zum Luxusartikel mutiert,
damit er die Gier ganz weniger glanzvoll ziert.
Mit mir selbst im Reinen
soll ich dann verenden,
um mich nicht weiter meiner
selbst Willen zu verschwenden.

Lieder

Immer wieder,
die gleichen Lieder,
die sie auch damals sangen
als zwar differente Melodien erklangen.
Doch sind die Texte gleich geblieben,
man hat sie schnell ins Fleisch getrieben, denn durch Ängste schüren,
lässt sich leichter führen.
Jedoch kann aus Furcht
schnell Panik werden,
dann entladen sich Energien aus dem Zentrum der Herden
und die Gefahren die daraus entstehen, lassen sich wahrlich nicht vorher ersehen.
Also entweder ein bewusstes
Spiel mit dem Feuer
oder das versehentliche Erwecken
alter Ungeheuer ….

Tote Pferde…

Wir siechen dahin in Regenbogenfarben,
überschminken euphorisch
die eitrigen Narben,
fangen an unsere eigenen Lügen zu glauben,
weil die Wahrheiten uns unserer
Realitäten berauben.
Uns feiernd sollen wir zuversichtlich
in die Zukunft sehen,
obwohl wir lange schon direkt über
dem Abgrund stehen.
Mit Fahnen fliegend, wenn auch zerfetzt,
werden wir so, kollektiv,
ins Verderben gehetzt.
so versucht eine Horde zerfressener Toten,
sich feiernd, die Kraft toter Pferde auszuloten.