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Gelebt

Dankbar am Leben gewachsen,
will ich untergehen,
um im Herbst des Lebens ganz bewusst
den Winter zu verstehen.
Hatte genau den Frühling
den ich nicht ersehnte,
weil ich mich dank Euch stets
geborgen wähnte,
der Sommer hatte zwar einige
Sintflut artig dürre Tage,
doch war wundervolle Freude
und nur seltenst Plage.
So sehe ich dem Ende entgegen,
mit tiefer Dankbarkeit,
doch bin dafür nur sehr bedingt
bereit.

Verronnen

Ich fühl
mich so leer
und wiege doch so schwer.
Möchte so gerne weiter reifen,
doch kann und will mich nicht begreifen.
Fühle alles und irgendwie nichts,
stehe im Schatten des strahlendsten Lichts.
Kann alles erkennen,
doch die Geister nicht beim Namen nennen.
Spüre mich altern im Takt der Sekunden,
aber schließe stetig weiter
die noch nicht geschlagenen Wunden.
Empfinde all das Elend der gesamten Welt,
während die Dunkelheit weiter Ihr Dasein erhellt.
Habe aufgegeben um weiter zu streben,
dem wahren Unsinn meines Lebens entgegen.
Bleibe unzufrieden in tiefster Dankbarkeit
und verrinne somit in
selbst erstelltem
Leid

Einspruch ?

Lasst uns
das Leben lebendiger leben,
denn unlebendiger wird es uns
weniger Leben geben,
dagegen wird wohl kaum jemand
Einspruch erheben
!

Lebensleiter

Auf der Lebensleiter geht es anfangs recht heiter, immer höher, immer weiter,
wir erobern im Sprung,
nacheinander, alle Sprossen,
unbedarft und so wunderbar
unverdrossen.

Bis dann die Tritte mehr und mehr
an den Kräften zehren,
oder wir uns ganz offensichtlich
der nächsten Stufen erwehren.
Erfahrungen und Verluste haben
uns dann geprägt
und gelegentlich haben auch Dritte
an den Sprossen gesägt.

Und irgendwann wird durch jeden
Kopf die Erkenntnisse schallen
je höher wir steigen um so tiefer
werden wir am Ende fallen.
Immer öfter bleibt dann beim Aufstieg außerdem jemand am Leiterrand liegen,

…bis wir irgendwann selbst, an den Nachzüglern hinter uns, …
restlos entkräftet,
auf dem letzten Weg
nach unten … vorbeifliegen !