Category Kurzgeschichten

Vorfreude ?

Irgendetwas schlummert in mir,
dessen bin ich mir sehr wohl bewusst,
ist es ein Dämon, ist es ein Tier
bedeutet dies für mich Gewinn oder Verlust ?

Egal wie tief ich in mich spüre,
herauszufinden scheint es aus
dem Außen nicht,
doch auch wenn ich mich bewusst
ins Innen führe,
erkenn ich weder Statur noch Gesicht.

Also harre ich aus, bis es sich zeigen mag
und stell mir ununterbrochen die eine Frage,
warum es wohl so lange unbemerkt in mir lag
und mutiert es zum Segen oder zur Plage.

Nun scheint seine Geburt unmittelbar
bevor zu stehen,
was dort in mir schlief werd ich
alsbald ich wissen,
in der Hoffnung ich werde
es bewusst ersehen
und nicht bei der Geburt in Fetzen gerissen.

Plötzlich spüre ich die Wehen,
es will sich gebären,
mit immenser Kraft drängt es hinaus
in die Welt
selbst wenn ich könnte,
wollt ich mich nicht wehren,
will nun endlich erkennen,
wie ist es um mein Innerstes bestellt.

Energetisch und rücksichtslos beginnt
es in mir zu reißen,
die Panik zerrt gleichermaßen an Seele und Herz,
es hat tatsächlich beschlossen,
sich aus mir zu beißen,
ich spüre eine Welle aus
nicht endendem Schmerz.

Als es mir dann gegenübersteht,
nackt und bloß,
irgendwie engelsgleich, doch boshaft,
im Überfluss
legt es meinen Kopf liebevoll
in seinen blutigen Schoß
und spitzt die Lippen zu einem gierigen Kuss.

Das es der letzte sein wird
sehe ich in Ihren Augen,
ihre Finsternis ergreift mich,
ich gebe mich auf
und vermutete ich es nicht besser,
würde ich glauben,
ich werde, ihr gleich, wieder geboren…
und ehrlicher Weise …
ich freue mich drauf
!

Der Hofnarr (wirre historische Kurzgeschichte vor dem Abendessen)

Man hatte ihn entthront,
das war für Ihn recht ungewohnt,
Palastrevolutionen waren ihm unbekannt,
doch nun er vor den Trümmern stand…
…seines Egos, seiner Macht
und hinter ihm der Hofnarr höhnisch lacht.
Denn er hatte ihn zu Fall gebracht,
wer hätte das gedacht.
Karma die Bitch hatte ihn nun gefunden
hatte ihn wie eine nasses Handtuch ausgewunden.
Hätte er doch etwas menschlicher agiert,
nun aber war des Hofnarrs Messer blutverschmiert.
In seinem Rücken klaffte die Wunde,
nur ein gurgelndes Krächzen aus seinem Munde.
Endlich erkannte er im Grinsen seines Peinigers den Zusammenhang,
doch zu spät denn er vernahm bereits den unverwechselbaren Klang.
Des Teufels der bereit war ihn in seine Tiefen zu holen,
dort würde er ihm die Sünde ausbrennen, auf glühenden Kohlen.
Ironie des Schicksals denn er hatte die Frau des Hofnarren als Hexe verbrennen lassen,
denn sie hatte sich gewehrt als er versucht hatte sie unzüchtig anzufassen.
Er hatte es sich mit ihr auf dem Nachtlager so sinnlich ausgemalt,
doch dann hatte sie Ihre Widerspenstigkeit mit dem Leben bezahlt.
Nun fühlte er wie das restliche Leben aus ihm rann
und der Weg seiner grausamen Buße begann.
Tief im Höllenfeuer hatten die Dämonen schon zu kreischen begonnen,
ihm war dabei der letzte Rest seines Blutes in den Adern geronnen.
Und so fuhr er hinab und nur die Hülle blieb zurück,
ihr simpler biologischer Verfall war tatsächlich ihr Glück…
…im Gegensatz zu dem was seiner Seele blühte,
die erst nach Jahren der Qual im Fegefeuer verglühte…!

„Am Grab“ Ultra Kurzgeschichte

Und als er die Trauergesellschaft dort am Grab stehen sah und spüren konnte, dass der Verschiedene ehrlich vermisst wurde, wusste er, dass er zu Lebzeiten offensichtlich an den richtigen Werten festgehalten hatte und ließ sich in seiner Seelengestalt erstmals tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes dahintreiben …!

„Skorbut 2056“ Dystopische Kurzgeschichte copyright MV2021

Als sie nacheinander erwachten und zu sich kamen, war es für alle außerordentlich schwer sich zu orientieren. Wie aus einem langen, durchaus erholsamen Schlaf erwacht, wusste niemand wo sie sich befanden, geschweige denn wie sie hierhergekommen waren.
Einzige Orientierungshilfe war die kleine orangefarbene Leuchte, die sich ziemlich in der Raummitte, an der Decke, monoton drehte und den Raum in ein neblig schummriges Licht tauchte. Die Luft war angenehm frisch und roch eher als würde man sich im Freien befinden, als in einem Raum mit unzähligen anderen Menschen, unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher ethnischer Herkunft.

Als die ersten Erwachten begannen, sich in der jeweiligen Landessprache auszutauschen, schwoll das leise Flüstern doch recht schnell zu einem wahren Orkan unterschiedlicher Artikulationen an.
Nachdem sich recht schnell Angehörige in unmittelbarer Nähe gefunden hatten, wollte man mit Dritten in gemeinsamer Diskussion Licht ins Dunkel dieser subtilen Angelegenheit bringen. So versuchte man sich entweder unmittelbar mit Händen und Füßen zu verständigen oder rief in die Runde, um herauszufinden, wer die Sprache des jeweils anderen sprach.
Am Ende hatten sich die entsprechenden Gruppen gefunden und man versuchte in Erfahrung zu bringen, in welcher Situation man sich befand und vor allen Dingen, wieviel Zeit vergangen war ab dem Zeitpunkt der letzten Erinnerung.

Einige der Diskutierenden hinterfragten außerdem etwaige Gemeinsamkeiten der Anwesenden.
Man erreichte dann doch recht schnell Erkenntnis, dass alle Beteiligten einige Parallelen hatten.
Sie hatten allesamt einen plötzlichen Blackout erlebt und waren alle Teilnehmer an der Vitaminpräparat Aktion gewesen, die weltweit seit einigen Monaten mit immensen finanziellen Mittel und entsprechender Marketingunterstützung massiv forciert worden war.

Man hatte bereits vor einiger Zeit, aufgrund der industriellen Nahrungsherstellung, unglaubliche Vitaminmängel in der Weltbevölkerung festgestellt und es waren laut Medienberichten bereits mehrere Millionen Menschen an den Folgen verstorben oder hatten immense, irreparable Schäden davongetragen. So hatte man ein hochkonzentriertes Vitaminpräpart hergestellt, das bereits Säuglingen verabreicht werden konnte und das entsprechend der jeweiligen Konstitution des Pateinten, ohne jede Nebenwirkung eingenommen werden konnte.
Dieses Präparat sollte dem sogenannten „Skorbut 2056“ die Grundlage entziehen und die Mängel der Weltnahrung entsprechend ausgleichen.

Das jeweils erste Viertel der Bevölkerung eines jeden Kontinents und eines jeden Landes war bereits versorgt worden, die anderen warteten noch auf die entsprechende Versorgung. Man achtete hier sehr genau, dass kein prozentuales Ungleichgewicht bei der Vergabe entstand.
Außerdem hatte man innerhalb der einzelnen Familien Wert darauf gelegt, dass entweder alle in der Familien versorgt worden waren oder möglichst alle Mitglieder einer Familie zum späteren Zeitpunkt das Präparat erhielten. Dies bezog sich grundsätzlich auf Familien eines Haushaltes.

Der logistische Aufwand dahinter war historisch nicht vergleichbar und in den letzten Tagen war dieser noch einmal drastisch erhöht worden. Man hatte das Gefühl es gäbe weitere Hintergründe dieser Aktion und es hielten sich diesbezüglich die mystischsten Gerüchte. Unterstützt wurden diese im Zusammenhang riesiger Lagerhallen, die bereits in den letzten Jahren auf allen Kontinenten, in den abgelegensten Bereichen der jeweiligen Regionen entstanden waren. Man hatte hier wohl bereits lange vor dem Auftreten der „Vitaminkrankheit“ versucht, Nahrung unter speziellen Bedingungen herzustellen, um diesem nun aktuellen Problem vorzubeugen. Allerdings hatte man sich immer wieder erzählt, dass dort Unmengen von Stahl und Elektrolieferungen eingingen, was im Zusammenhang mit der Nahrungserzeugung für den Laien keinen Sinn zu ergeben schien. All diese nicht belegbaren Ereignisse wurden nun in einen chaotischen Zusammenhang gebracht und es kursierten wahrlich hanebüchene Vorahnungen und Mutmaßungen.

Diese Gerüchte wurden nun, im Angesicht der subtilen und verängstigenden Situation der akteullen Lage, in der sich die Aufgewachten und Aufwachenden befanden, selbstverständlich genährt und entsprechend hitzig diskutiert. Der Hintergrund, dass, bis auf ganz wenige Ausnahmen, die jeweils kleinsten Einheiten einer jeden Familie sich in der gleichen Situation wieder gefunden hatten, war ein immenser Halt in dieser Ausnahmesituation. Nachdem einige Zeit vergangen war und mittlerweile alle im Raum selbst erwacht oder geweckt worden waren, erklang eine Art Warnton und alle Diskutierenden verstummten schlagartig.

In der Mitte des Raums erwachte ein fast raumhohes Hologramm zum Leben und man konnte eine im schwarzen Kostüm gekleidete Frau Ende Dreißig wahrnehmen. Ihre asiatischen Züge waren deutlich zu erkennen und nahezu jeder in der riesigen Halle durfte sie schon einmal in den Medien gesehen haben. Sie war die Vorstandsvorsitzende des Konzerns, der sich aus den wichtigsten Vertretern aus Wirtschaft und Politik zusammengeschlossen hatte, als die ersten Anzeichen von „Skorbut 2056“ öffentlich kommuniziert wurden.

Die „Earth & Health Corporation“ setzte sich maßgeblich aus Vertretern der USA, China Russland und Europa zusammen. Sie war die Vorsitzende und unter anderem die Tochter eines der 10 reichsten Chinesen und somit Erbin eines riesigen Nahrungsmittelkonzerns.
Als sie zu sprechen begann und Ihre Worte auf separaten Bildschirmen in alle wichtigsten Landessprachen der Welt übersetzt wurden, herrschte gebanntes Schweigen.

Sie teilte ohne Umschweife mit, dass sie sich alle in einem Raumgleiter befanden, der die Erde vor einigen Tagen verlassen hatte. Alle Anwesenden waren vor ca. 10 Tagen in eine Art Sedierung versetzt worden. Diese konnte durch einen elektrischen Impuls, per Radiowellen, über einen Chip in ihren Körpern, ausgelöst werden. Die Chips waren ihnen allen durch die vermeintlichen Vitamingaben verabreicht worden.
Die Tabletten waren lediglich Placebos, die nur den Zweck hatten, den Chip zu positionieren.

Hintergrund dieser unglaublich aufwendigen Entwicklung und Planung war die Tatsache, dass seit mehreren Jahren detailierte Kenntnisse über einen möglichen Meteoriteinschlag verheerenden Ausmaßes vorlagen. Dieser Riesenmeteorit sollte aufgrund seiner Größe, seiner Geschwindigkeit und des geraden Aufschlagwinkels die Sprengkraft mehrerer hundert Hiroshima Bomben besitzen und würde die Erde unmittelbar vernichten können. So hatte man bereits vor einigen Jahren begonnen, auf allen Kontinenten separat, in den abgelegensten Gegenden der Regionen, die Transportraumschiffe und Raumgleiter zu bauen.

Man hatte Unmengen Zeit und Geld investieren müssen, um den Chip entsprechend klein und funktionsfähig herstellen zu können. Der logistische Aufwand und die mediale Unterstützung bzw. Ablenkung von diesem Mammutprojekt hatten weitere Abermilliarden verschlungen.
Doch man wusste ohnehin nicht, was man in Zukunft mit Geld noch anfangen sollte.
Gegen Ende des Projektes ging schlichtweg die Zeit aus, da man sich verrechnet hatte betreffend der Geschwindigkeit des Meteoriten. Deshalb kam es mehr oder weniger zur Viertelung der Bevölkerung.
An dieser Stelle waren der Milliardärstochter unmittelbar die Auswirkungen der emotionalen Belastungen der letzten Jahre anzusehen. Denn Fakt war es leider außerdem, das es noch keine direkt umsetzbaren Alternativen zu Besiedlungen gab. Zumindest jetzt noch nicht.
Man hatte Ideen und Möglichkeiten auf einem bis dato unbekannten Planeten am äußersten Rande unseres Sonnensystem geprüft, aber das Risiko war derzeit noch sehr schwer klakulierbar. Es waren allerdings bereits Unmengen Material und Personal dorthin geschickt worden.Die Grundlagen dort waren der Erde nicht gänzlich unähnlich aber in Summe doch sehr unwirtlich betreffend menschenähnlicher Lebensform und Gestaltung. So hatte man dort zuerst einmal ein Ressourcen Lager von Saatgut, Proteinquellen sowie Energiegewinnungsmaterial eingerichtet. Am Ende hatte man versucht alles dort zwischenzulagern, was man noch in Sicherheit bringen konnte. Die Möglichkeiten waren in Abklärung und man sah der Zukunft der Überlebenden verhalten positiv entgegen.

Im ersten Schritt ging es jetzt aber erst einmal ums nackte überleben, indem man die Erde verlassen hatte. In der Runde der Zuihörer war verständlicherweise extreme Unruhe und Resignation wahrzunehmen und es wurde wild durcheinander diskutiert, als der Frachtgleiter plötzlich extrem zu vibrieren begann. Die Flotte, bestehend aus unzählbar vielen Archen, war in die kosmischen Verwirbelungen des Meteoriten geraten.
Einige ungezählte Minuten später hörte man ein unsagbar dumpfes, berstendes Geräusch.
Die Vorstandsvorsitzende befahl die Großluke zu öffnen. Man hatte sich für die Direktkonfrontation mit den Tatsachen entschieden um sicher zu stellen, dass alle den Ernst der Lage verstanden.
Als sich die Panorama Luken öffneten, wurde alles von glutrotem Licht eingenommen, bevor überhaupt irgendwelche Details erkennbar wurden.
Als das Fenster den vollen Blick freigab, hielten sich die meisten automatisch die Hände vor die Augen und der Schock des Szenarios löste unterschiedlichste Reaktionen aus.

Einige Menschen brachen zusammen, andere weinten oder schrieen frei heraus. Die Meisten aber standen nur mit offenem Mund und ungläubigen Mienen da und beobachteten, wie sich die Erde in einem glühenden Trümerfeld unbegrenzten Ausmaßes in seine Bestandteile auflöste. Der Mond war beim Aufschlag der Druckwelle geradezu pulverisiert worden und die Macht der Energie hatte zumindest die Gewissheit erwachsen lassen, dass die Zurückgebliebenen unmittelbar und ohne leiden zu müssen ausgelöscht worden waren.

So lagen sich nun die Überlebenden in den Armen, gedachten der Zurückgeblieben und sahen voller Angst in eine Zukunft, von der niemand wusste, ob sie überhaupt eine war…

„Elementar Moment“ inspiriert durch den Instagram post von @lfu1235_elfederleicht von Ihr ist auch das Beitragsbild

Und als ich sie sah am Wegesrand
waren sie mir gänzlich unbekannt.
Details waren an Ihnen nicht zu erkennen
und ich hatte das Gefühl, sie konnten mir Ihre Namen nicht nennen.

Namen waren für sie wohl nicht relevant,
sie blieben offensichlich lieber unbekannt.
Gesichter waren gänzlich nicht zu entdecken,
sie wollten oder mußten,
sie hinter diesen weiten Kapuzen verdecken.

Für einen kurzen Augenblick meinte ich ein Blitzen zu sehen
und konnte dem Impuls weiter auf sie zuzutreten nicht widerstehen.
Als ich dann genauer in eine der Kapuzen sah,
wurde mir klar, das keiner der Dreien aus dieser Welt war.

Die Gesichter schienen aus feinstem Sand zu bestehen,
Konturen konnte man darin nicht ersehen.
Es stellte sich eher wie ein WIrbel dar,
der ununterbrochen in Bewegung war.

Eine endlose Mystik ging aus von diesen Gestalten
und ich konnte vor Faszination kaum an mich halten.
Eigentlich wollte ich nur fragen wohin ich gehen mußte
worauf sie mich fragten ob ich denn mein Ziel auch wußte…

Diese Frage aber, deren Antwort ich zu Wissen glaubte,
mir beim Nachdenken alle Energien raubte,
irgendetwas in mir hatte einen Impuls geweckt
und man sah mir an, daß so mancher Zweifel in mir steckt.

Also blieb ich stumm und hielt mich erst einmal zurück
und sie fragten nicht weiter, welch ein Glück.
Doch in mir begann etwas intensiv zu gären,
faszinierend daran, ich wollte mich nicht wehren.

Also ließ ich es zu und horchte tiefer in mich,
Ihr Schweigen durchbohrte mich wahrlich förmlich.
So sann ich weiter nach, konnte keine Antwort erkennen,
war drauf und dran mich in mir komplett zu verrennen.

Als mich plötzlich eine Hand am Kopf berührte
und ich die Erlösung alsbald verspürte.
Ich konnte schlagartig gänzlich im Augenblick verrinnen
und diesem Gefühl alle Intesität des Moments abgewinnen.

Diese Berührung hatte mich in mein tiefstes Innerstes geführt
nie zuvor hatte ich mich in mir so intensiv gespürt.
In diesen Sekunden wurde mir plötzlich klar,
dass ich fast schon zu lange auf dem falschen Weg war.

Stets getrieben, mich aufgerieben,
mehrmals schon fast auf der Strecke geblieben.
Ich hatte immer hinter der Zeit existiert,
war nie auf den Moment, den Augenblick konzentriert.

Wahren Genuß konnte ich deshalb nicht empfinden,
wollte ich doch die Zeit nicht so „wertlos“ binden.
So war es tatsächlich sogar soweit gekommen,
wär fast ohne wahrzunehmen, zwischen den Minuten verkommen.

Ich blickte zurück und durfte erkennen,
mein wahres Ziel konnte ich bis dato nicht nennen.
Denn ich konnte vor lauter Jahren die Minuten nicht sehen
und war drauf und dran ohne wirklich prägende Augenblicke zu vergehen.

Die Zeit war sinnbefreit an mir vorbei geflogen
und ich hatte mich um unendlich viele Augenblicke betrogen.
Als ich aus dieser Erkenntnis erwachte sah ich sie gerade noch dort stehen
bevor sie sich auflösten um als feinster Sand in der Zeit zu verwehen.

So konnten die Zeitwächter mir diesen Elementar-Moment schenken,
er sollte alsdann mein Leben in andere Augenblicke lenken !

 

Engelsgeschichten… inspiriert durch das grandiose Bild von Maria !

Und als sich alle Dämonen der Hölle auf den Weg gemacht hatten,
folgte Ihnen das wahre Böse in deren Schatten.
Mit all dem Hass, der Wut und Ihrer Unzufriedenheit,
brachten Sie auf die Erde das allergrößte Leid.

Als sie dann als elfte Plage die Menschen quälten,
diese selbst schnell zu den Tätern zählten,
begannen alsbald sich gegenseitig abzuschlachten,
während die Dämonen um sie herum
nur boshaft lachten.

Nur die Armee der Engel konnte Rettung versprechen,
sie sollten den Bann des Bösen auf der Erde brechen.
Doch Sie gerieten in einen blutigen Hinterhalt
und wurden grausam niedergemetzelt
in einem brennenden Wald.

Die Dämonen hatten das komplette Schlachtfeld mit Pech präpariert
und die Engel hatten, erst in Flammen stehend, diesen Umstand registriert.
So musste fast die ganze Sippe, auf Erden, im Höllenfeuer schmoren,
doch aus den wenigen Verbliebenen wurde eine neue Spezies geboren.

Diese besondere Engelsart trägt nun eine anderes Federkleid,
die Federn am Rand schwarz, verweisen auf das erlittenen Leid.
Außerdem lassen sie sich nun noch seltener blicken,
aus Angst der Mensch könnte sie erneut ins Feuer schicken.

Denn die Dämonen kehrten nach der Schlacht in Ihre Heimat zurück
doch schenkten vorher den Menschen Ihre Bosheit, Stück um Stück.
Nur noch wenige reinen Herzens können die Zeichen benennen,
weil sie die, manchmal bewusst gelegten Zeichen, erkennen

 

Attributengel und Charakterdämonen

Tief auf dem Grund
im innersten Seelenschlund
lag er sich wund
aus gutem Grund.
Denn das Gleichgewicht zu stören hatte er versucht,
so hatte man Ihn auf ewig verflucht.

Im Seelenkerker weggeschlossen,
hatte er über Jahre keine einzige Träne vergossen.
Er hatte gewartet auf Gelegenheiten,
die er erhoffte, in den besonders schlechten Zeiten.
Dann war er sich sicher ergäbe es sich,
dann würde er sich rächen, gar fürchterlich.
Als einer der Charakterdämonen,
die seit jeher in mir wohnen…

…durfte er die intensiveren Eigenschaften in sich tragen,
die sicherlich alle von uns irgendwann einmal
plagen.
Neid, Gier, Hass und Unzufriedenheit,
leben in jedem von uns, doch machen sich nur dann in uns breit…

…wenn die Attributengel in uns nicht die Oberhand behalten,
die in Summe all die positiven Eigenschaften in sich verwalten.
Liebe, Verständnis, Mitmenschlichkeit,
nur um ein paar Beispiele zu erwähnen,
sind grundsätzlich in der Lage all die dämonischen Exzesse zu zähmen.

Bis irgendwann dann dieser spezielle Dämon eine Möglichkeit ersann,
subtil zu infiltrieren, dann und wann.
Immer wieder riss er mir Stücke aus der Seele und vergiftete mit Speichel die entstanden Wunden,
so blieben immer öfter schwer verheilende, wundnasse, tief nach innen schmerzende Schrunden.

Als dieses infektiöse Seelenfleisch auf einmal zu wundbrennen begann,
begab es sich das sich ein Adernetz in der Seelenhaut erspann,
so suchte eine Wunde die Nähe der andern
und die eitrigen Fäden konnten subkutan zueinander wandern.

Es dauerte nicht lang, bis diese bösartige Netzhaut geschlossen war
und den Engeln wurde anschließend viel zu spät klar,
dass diese sie plötzlich davon abhielt die Seele zu beglücken
um sie mit den angesprochenen positiven Verhaltensweisen zu bestücken.

Alsbald hatten sich dort Hass und Neid dauerhaft eingenistet,
so hatte dieser Dämon alle Engel effizient und boshaft überlistet.
Hierdurch hatte er massiv seine Macht ausgebaut
und fortan hatte er niemandem auch nur im Ansatz vertraut.

Nur durch die gebündelten Kräfte der Engel und durch pure Liebe und Zuversicht,
erstrahlte einige Zeit später endlich wieder in mir mein Seelenlicht.
Doch zuvor hatte der Dämon im Schutz der Dunkelheit,
etliche Engel an Rümpfen und Hälsen entzweit.

Der Verwesungsgeruch war über Wochen fast zu fühlen
und ich war drauf und dran mich blutig in mich zu wühlen,
um dem Ekel endlich ein Ende zu setzen,
ich war dafür auch bereit mich selbst zu verletzten.

Doch endlich dann ließ das Grauen nach und die Engel hatten die Oberhand gewonnen,
des Dämonen Macht war endlich gänzlich und unwiederbringlich verronnen.
Nachdem die Engel ihn dann endlich weggeschlossen hatten,
fristete er sein Dasein, allein mit sich im muffigen Schatten.

Doch all die Jahre war er geduldig gewesen,
versuchte in Ruhe seine Chancen zu erlesen
und hatte tatsächlich eine Möglichkeit gefunden,
war offensichtlich erst vor kurzem dem Verließ entschwunden.

Nun sitze ich hier und muss erneut totes Engelsfleisch riechen,
während mein Herz und meine Seele in den von ihm erdachten Qualen siechen.
Ich bete jeden Abend die Engel mögen siegen
und er alsbald erschlagen tief in mir begraben liegen.

Im Seelenwald

Als ich heut Nacht in Gedanken
durch den Dunkelwald ging,
fühlte ich wie etwas bedrohlich
in den Bäumen hing.
Je tiefer ich in den Wald eindrang umso schwerer fiel es mir zu gehen
und um so größer wurde die Angst tatsächlich nach oben zu sehen.
Plötzlich begann etwas qualvoll
in mir zu ziehen,
als wollten Essenzen meines Seins
aus mir als Hülle entfliehen.
Ich konnte mich dieser Kraft im Innern kaum noch erwehren
also gab ich auf und wollte den Prozess nicht mehr länger erschweren.
Denn ich ahnte bereits was nun folgen sollte,
weil mich genau diese Kraft
hierher führen wollte.
Und so begab es sich dass sie
plötzlich aus mir brach…
glücklicherweise wurde ich just vor lauter Schmerzen wach.
Doch sah im Geiste noch wie
meine Seele meinen Körper verließ
und nach oben zu all
den anderen Verwandten stieß.
Bis fast ganz oben ins Blätterdach
flog sie hinauf
und hing sich selbst zum Sterben
an einem der Äste auf.
Und als all die andern Seelen
die dort schon hingen
mit der meinen alsbald Feuer fingen,
brannte der Seelenwald zum allerletzten Mal
und linderte erlösend all Ihre Qual !