Category Federleichtes zur Nacht

Wirr, Irrer, gänzlich real …?

Wenn die Sonne hell erstrahlt und der Blutregen fällt,
wenn unsere Welt verglüht und in Eis zerfällt,
wenn in hellster Nacht plötzlich der Mond ausgeht,
wenn totenstill alles Leben verweht,
wenn in tiefsten Tiefen die Luft verdickt,

wenn aller Hass dieser Welt in Liebe erstickt,
wenn Zuviel am Ende endlich wenig erscheint,
wenn sich was nicht passt sich perfekt vereint,
wenn wahre Wünsche mir gefakete Panik schenken,
wenn die Logik mich hindert noch klarer zu denken,
wenn die Angst sich in mir steigert zum Erlösungswillen
wenn die Lärme sich ergießen in lähmenden Stillen,
wenn mir die Panik bittere Freuden schenkt,
wenn mich das süße Elend freudig denkt,
wenn mich der Hirntod zu klaren Gedanken lenkt,
wenn sich die Resignation im Blutrausch senkt,
wenn die Toten sich lebendiger als die Lebenden erweisen,
wenn die letzten freien Willen im Mainstream vergreisen,
wenn die Macht sich nährt vom
Widerstand,
wenn sich alles zentriert unmittelbar am Rand…
dann fühl ich mich nur noch herrlich unwohl im eignen Sein,
denn dann flößt man mir den Realwahnsinn intravenös ein.
Lecker, schmecker zum Kotzen fein,
mischt gerne noch ein paar Prisen Irrsinn hinein.

Attributengel und Charakterdämonen

Tief auf dem Grund
im innersten Seelenschlund
lag er sich wund
aus gutem Grund.
Denn das Gleichgewicht zu stören hatte er versucht,
so hatte man Ihn auf ewig verflucht.

Im Seelenkerker weggeschlossen,
hatte er über Jahre keine einzige Träne vergossen.
Er hatte gewartet auf Gelegenheiten,
die er erhoffte, in den besonders schlechten Zeiten.
Dann war er sich sicher ergäbe es sich,
dann würde er sich rächen, gar fürchterlich.
Als einer der Charakterdämonen,
die seit jeher in mir wohnen…

…durfte er die intensiveren Eigenschaften in sich tragen,
die sicherlich alle von uns irgendwann einmal
plagen.
Neid, Gier, Hass und Unzufriedenheit,
leben in jedem von uns, doch machen sich nur dann in uns breit…

…wenn die Attributengel in uns nicht die Oberhand behalten,
die in Summe all die positiven Eigenschaften in sich verwalten.
Liebe, Verständnis, Mitmenschlichkeit,
nur um ein paar Beispiele zu erwähnen,
sind grundsätzlich in der Lage all die dämonischen Exzesse zu zähmen.

Bis irgendwann dann dieser spezielle Dämon eine Möglichkeit ersann,
subtil zu infiltrieren, dann und wann.
Immer wieder riss er mir Stücke aus der Seele und vergiftete mit Speichel die entstanden Wunden,
so blieben immer öfter schwer verheilende, wundnasse, tief nach innen schmerzende Schrunden.

Als dieses infektiöse Seelenfleisch auf einmal zu wundbrennen begann,
begab es sich das sich ein Adernetz in der Seelenhaut erspann,
so suchte eine Wunde die Nähe der andern
und die eitrigen Fäden konnten subkutan zueinander wandern.

Es dauerte nicht lang, bis diese bösartige Netzhaut geschlossen war
und den Engeln wurde anschließend viel zu spät klar,
dass diese sie plötzlich davon abhielt die Seele zu beglücken
um sie mit den angesprochenen positiven Verhaltensweisen zu bestücken.

Alsbald hatten sich dort Hass und Neid dauerhaft eingenistet,
so hatte dieser Dämon alle Engel effizient und boshaft überlistet.
Hierdurch hatte er massiv seine Macht ausgebaut
und fortan hatte er niemandem auch nur im Ansatz vertraut.

Nur durch die gebündelten Kräfte der Engel und durch pure Liebe und Zuversicht,
erstrahlte einige Zeit später endlich wieder in mir mein Seelenlicht.
Doch zuvor hatte der Dämon im Schutz der Dunkelheit,
etliche Engel an Rümpfen und Hälsen entzweit.

Der Verwesungsgeruch war über Wochen fast zu fühlen
und ich war drauf und dran mich blutig in mich zu wühlen,
um dem Ekel endlich ein Ende zu setzen,
ich war dafür auch bereit mich selbst zu verletzten.

Doch endlich dann ließ das Grauen nach und die Engel hatten die Oberhand gewonnen,
des Dämonen Macht war endlich gänzlich und unwiederbringlich verronnen.
Nachdem die Engel ihn dann endlich weggeschlossen hatten,
fristete er sein Dasein, allein mit sich im muffigen Schatten.

Doch all die Jahre war er geduldig gewesen,
versuchte in Ruhe seine Chancen zu erlesen
und hatte tatsächlich eine Möglichkeit gefunden,
war offensichtlich erst vor kurzem dem Verließ entschwunden.

Nun sitze ich hier und muss erneut totes Engelsfleisch riechen,
während mein Herz und meine Seele in den von ihm erdachten Qualen siechen.
Ich bete jeden Abend die Engel mögen siegen
und er alsbald erschlagen tief in mir begraben liegen.

Berserker

Ich merke wie die Farben in mir verblassen,
Farbnuancen sich im grau auflösen,
Finsternis und Ohnmacht
nach Herz und Seele fassen
und sich Zuversicht und Hoffnung
in Nebeln auflösen.

Hab den Besitz meines Geistes verloren,
hab mich stranguliert im Gedankengut
alle wärmenden Gefühle scheinen erfroren,
in mir tobt eine verzehrende Eisesglut.

Etwas Fremdes wurde in mich gesät,
mein Herz bis tief unter die Rinde geschält,
alle Heiterkeit wurde niedergemäht,
etwas in mir hat meine Seele gepfählt.

Nun sehe ich mich in mir eisig blau brennen,
Herz, Geist und Seele
sind blutigen Fetzen gewichen,
das Ende mag nur der Berserker kennen,
der sich irgendwann
subtil in mich geschlichen !

333

Hab ich wirklich zu lang auf
die Stimmen in mir gehört,
Offensichtlich hat sich etwas in mir zerstört.
Habe mir den Wertekern gedanklich entkernt
und somit den Umgang
mit mir selbst verlernt.

Kann meine Ziele kaum noch benennen,
vermag mich in den Kernsplittern
nicht mehr zu erkennen.
Und während ich versuche mir und meiner Umwelt nicht zu schaden,
baumle ich, gedanklich schwerelos,
am seidenen Faden.

Alles was mich gedanklich
und ethisch berührt,
ist an und in sich komplett kollabiert.
Perspektiven die fehlen,
falsche Werte die zählen.

Mord und Totschlag am hellen Tage,
Geld und Gier als Ursprung einer jeden Plage.
Opportunismus, Neid und Hass,
Pandora’s Büchse mutierte zum Fass.

Und langsam rinnt das zähe Blut
mehr und mehr über den Rand,
denn der Mensch hat mehr denn je
die Natur des Menschen verkannt.
Und so kann ich mich in mir nur
noch verblassend erkennen,
weil der Nebel immer dichter wird,
während meine Sicherungen langsam verbrennen
!

Das Schlachtfeld in mir ….

Unvorbereitet aber vorhersehbar,
doch schmerzhaft getroffen weil zu unmittelbar,
wollten sich Seele und Herz voneinander spalten,
beide ließen sich zu lange fremd verwalten.

Die Medien hatten mittelfristig die Kontrolle bekommen
und infiltrierender Weise die Macht übernommen.
Und durch Details, fragmentiert und manipuliert,
wurden beide bipolar transformiert.

Gegenläufiger konnte es sich kaum gestalten,
so konnten sie nicht mehr länger zueinander halten,
nun versuchen sie durch Läuterung wieder zu sich zu finden,
während sie sich analog an Selbstvorwürfen schinden.

Zumindest besteht beidseits noch Interesse daran,
eine Lösung zu finden irgendwann,
denn man ist sich offensichtllich doch noch im Klaren,
man sollte sich tunlichst vor einer endültigen Trennung bewahren.

Es tobt der Kampf im Seelenherz
und bereitet der Herzseele tiefsten Schmerz.
Und ich als das Gefäß oder besser Schlachtfeld der beiden,
spüre wie sich mich alsbald von Innen ausweiden.

Fakt ist, es müßen alle beide bestehen,
sonst werden wir drei qualvoll untergehen !

Deckungsungleich

Völlig unausgeglichen und aufgewühlt,
durchnässt getrocknet und heiß gekühlt,
In der Wüste ertrunken gänzlich farblos bunt,
der Geist erdrückt vom Gedankenschwund.

In die Zukunft gesehnt,
in der Vergangenheit verschwunden,
Den Forscherdrang beerdigt um
mich noch tiefer zu erkunden,
Möchte Tiefsee tauchen
mit Beton an den Beinen
will im Gedanken Firmament für uns verscheinen.

Soll Gedanken Bungee Jumpen
gänzlich ohne Seil,
darf in flacher Seelen Hierarchie
liegen am Abgrund so steil.
Werde still und leise in mich schreien
um mich begeistert dem Leben zu weihen.

Kann deutliche Behauptungen
verfassen ohne jeden Sinn,
verlorene Worte, jede Silbe
für mich ein multipler Gewinn.
Bin klaren Verstands und will mich
nicht begreifen,
genieße das Geräusch wenn die Zweifel in mir … aneinander schleifen.

So lass ich mich erneut vom
Wirrsinn ergreifen
um zu merken wie deutliche
Gewissheiten in mir reifen !

Zerdacht

Hab mich heute Nacht im Kreis gedacht,
und dabei etwas in mir zu Fall gebracht.
Gleichzeitig ist etwas Neues in mir erwacht,
das mir hoffentlich sehr bald Freude macht
Die Angst hat irgendwie an Macht verloren
und ich wurde in die Zuversicht hineingeboren.

Bin heute Nacht in meiner selbst
in einem Schacht erwacht,
hatte mich bis ganz unten
auf den Grund gedacht.
Plötzlich hat etwas boshaft
neben mir gelacht,
was mir absehbar sicher
keine Freude macht.
Die Zuversicht hat sich
in der Realität vergoren
und ich habe mich
in demutsloser Panik
verloren.