Category Austausch

Zeig mich …

Bin im Außen gestrandet
und im Innen ertrunken,
in der Realität versandet und im Wunschtraum versunken.
Ich lass mich dort bleiben,
lass mich noch tiefer treiben
um mich mir zu zeigen

Engelsnacht … inspiriert durch den Austausch mit der wunderbaren @blond.b.minus at Instagram verlinkt mit dem Bild von @magical_gipsy at Instagram

Die Flügel amputiert oder mehrmals
gebrochen,
kam gestern ein Engel unter meinem Bett hervorgekrochen.
Er war ganz offensichtlich massivst verletzt,
irgendetwas hatte ihm maßgeblich zugesetzt.
Ich war aufgewacht,
denn mitten in der Nacht,
hatte plötzlich etwas winselnde Geräusche gemacht
und kurz darauf wurde laut und boshaft gelacht.
Zuerst war nur sein schmerzverzerrtes Gesicht zu sehen,
seine blutunterlaufenen Augen schienen um Hilfe zu flehen.
Langsam und qualvoll schien er sich ins Sichtfeld zu schieben,
doch war er plötzlich an irgendetwas hängen geblieben…
…als er ungläubig zu mir aufsah, weil er selbst nicht verstand,
griff er ohne Vorwarnung direkt mach meiner Hand.
Er drückte sie intensiv wenn auch nicht wirklich lang
und ich spürte förmlich wie mich seine Energie durchdrang.
Plötzlich war hinter ihm etwas pelziges zu erkennen,
die Art der oder des Wesens, konnte ich nicht nennen.
Dann wurde er mit einem Ruck schlagartig wieder nach unten gerissen
und offensichtlich hatte sich das andere Wesen sogleich in ihm verbissen.
Die Schreie gingen mir durch Mark und Bein
und sie drangen tief in mein Bewusstsein ein,
als das letzte Winseln dann erstorben war,
wurde der Kopf des fremden Wesens offenbar.
Unförmig haltlos, wie ein manifestierter Schatten,
bestand der Körper komplett aus zahllosen Ratten.
Die Vielzahl der kleinen bösen Augen waren unzählbar und grell
und der Körper verwandelte sich verformend schnell.
Mit offenem Mund schrie ich gänzlich ohne Ton
und die kleinen Äuglein blitzten voll blankem Hohn.
Als es ansetzte sich mir einzuverleiben,
schien sich etwas in mir nach außen zu reiben.
Ein kurzer stechender Schmerz im Rücken der mich fürchterlich reizte,
als sich plötzlich der erste Flügel aus mir spreizte.
Der zweite folgte und ihre Spannweite sollte mich weit überragen,
tatsächlich hatte der Engel mir seine Fähigkeiten übertragen.
Und als mich die Erkenntnis erreichte, ich müsse nun kämpfen,
gebar ich meine Flügel, restlos, unter Krämpfen.
Die Angst meiner Kindheit hatte der Engel so viele Jahre in Schach gehalten
und nun ward es an mir selbst, auf Ewig dagegen die Oberhand zu behalten ….
Teil 2:

Doch viel leichter gedacht als umgesetzt,
hatte sich das Wesen alsbald zu Wehr gesetzt,
zwar hatte der Engelsimpuls ihn stutzen lassen,
doch nun schien es mich nur noch mehr zu hassen.

Direkt als das Flügelspektakel geschehen war,
setzte es zum Sprung an, ganz unmittelbar.
Und als ich kurzzeitig in all die kleinen unzähligen Augen starrte,
ich Ewigkeiten, panisch, in meinen Kindheitsängsten verharrte.

Ich verlor mein Augenlicht und wurde von mir selbst zerdrückt,
etwas im außen entfernte mir ein inneres Stück,
ich stand allein und ungeliebt in einer eisigen Welt
man hatte mich vor ein Gericht voller Paradigmen gestellt.

Nichts konnte gut genug an und in mir sein,
ich sah mein zukünftiges, dauerhaftes Ungenügen ein,
die Gier nach Streicheleinheiten zerfraß mich von innen,
den Kampf um Selbstliebe konnte ich nur sterbend gewinnen.

Ich konnte meine Lieben nicht retten vor dem Irrsinn der Zeit,
generierte durch Mutmassungen nicht nur eigenes Leid.
Ergab mich fast gänzlich den verzehrenden Gedanken
und spürte Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wanken.

Und während mich all meine Ängste in die Knie zwangen
bemerkte ich kaum wie tausende kleine Zähne in mein Fleisch eindrangen.
Sie wollten sich tief bis in meine innerste Seele nagen
um all die Zuversicht und meinen Mut davon zu tragen.

Ich besann mich der Energie des Engels und zentrierte mich,
fühlte plötzlich so viel Wärme tief innerlich.
Etwas bündelte sich und verschaffte mir eine neue Sicht
und ich spürte ganz deutlich dieses strahlende Licht.

Als es dann plötzlich aus mir floss
alle meine Ängste tief in sich verschloss,
kehrte in mich die Energie zurück
und ich besann mich meiner Fähigkeiten, Stück für Stück.

Das Wesen geblendet von der Energie,
erstarrte in völliger Lethargie,
ob der Liebe und Wärme des Lichts was es umgab,
seine Boshaftigkeit unmittelbar und unwiederbringlich erlag.

Die Ratten ließen ab von mir,
in Ihnen erlosch die gewaltige Gier,
mich von innen zu zersetzen,
sie sollten mich endlich nie mehr verletzten.

Das Wesen zuckte in sich noch eine Weile
und zerfiel dann in seine lebenden Einzelteile.
In alle Winde zerstreuten sich die Ratten,
die nun keinen Herrn mehr hatten.

So hatten am Ende Mut und Zuversicht gewonnen
und mein Leben mit den Ängsten war endlich verronnen.
In der Hoffnung ich würde nun dauerhaft die Kontrolle behalten,
würde ich nach Ratten nun verstärkt die Augen offen halten…

Biegsam

Weil wir
uns ununterbrochen verbiegen,
um vermeintlich zu genügen,
mindern wir unsere wahren Fähigkeiten,
wodurch wir um so mehr
aus dem Innen leiden.

Seelendrang

Im Traum fand ich mich heute Nacht
inmitten einer gar blutigen Schlacht,
überall um mich herum ward Blut vergossen es war bereits in unglaublichen Mengen in die Erde geflossen.Überall standen Pfähle und etwas an ihnen baumelnd begann auf einmal zu schreien,
es waren gepfählte Seelen, aufgespießt um sie einem qualvollen Ende zu weihen.
Wer hier gegen wen in die
Schlacht gezogen war,
war tatsächlich durch keinerlei Details erkennbar.

Man konnte weder Sieger
noch Verlierer erkennen
und es war unmöglich irgendwelche
Parteien zu nennen.
Keine Banner, Fahnen, Rüstungen
oder andere Details,
nichts gab hier irgendwelche
Informationen preis.

Doch dann hatte mich eine Erkenntnis tief in meinem Innern getroffen,
allen Toten standen die Brustkörbe weit geöffnet offen.

Fast als hätte etwas Brennendes von innen nach außen gedrängt,
dampften die Wunden als wären sie versengt.
Man könnte denken die Seelen hätten die Körper in Panik verlassen
und die nutzlosen Hüllen ganz einfach auf dem Feld zurückgelassen.
Doch als ich in der aufgehenden Sonne die gefallenen Engel erkannte,
mich schlagartig fast die Panik übermannte.
Ich sah sie am Feldesrand baden in all den materiellen Dingen,
in boshafter Schadenfreude und mit glänzenden Schwingen.
Denn die Menschen hatten sich in Habgier, Neid und Hass verrannt,
Liebe, Dankbarkeit und Demut waren ihnen nicht länger bekannt.
So hatten die Seelen in den Körpern Feuer gefangen,
weshalb sie hilfesuchend und überlebenswiillig nach außen drangen.
Doch des Teufels Lakaien hatten sie dort draußen gesichtet
und sie grausig misshandelt und qualvoll gerichtet.
Denn  Satan selbst hatte die Menschen mit diesen Viren bestückt
und es war ihm im wirklich großen Stil geglückt,
selbst die Standhaftesten mit diesen Wesenszügen zu infiltrieren,
um so die Seelen aus ihnen zu selektieren.
Denn die Menschen hatten sie unwissend an den Beelzebub verschenkt,
nur noch von Habsucht getrieben und von Missgunst gelenkt.
Wohl wissentlich, dass jene Seelen die noch nach Werten leben wollten,
nach der Infektion unweigerlich ins Außen drängen sollten.
Und so starrte ich im Schatten der blutig flatternden Seelen,
der Sonne entgegen und merkte
in mir sich etwas nach draußen schälen…